Es ist November und ich unterrichte nun schon 2 Monate. Wow, ich hätte nie gedacht, dass Teenager so anstrengend sind!!

 

Manchmal bin ich richtig entmutigt, weil ich zu streng mit den Jungs bin aber ich versuche zu lernen, dass ich netter aber trotzdem streng zur gleichen Zeit sein kann – ich brauch noch ne ganze Menge Erfahrung auf diesem Gebiet.

Ich lerne eine Menge in diesem Job und ich werde dadurch eine bessere Lehrerin aber auch eine bessere Person. Gott hat so gut für mich gesorgt: Ich arbeite immer 27 Stunden pro Woche. Ich bin Tutor in der 1. Phase, dann in der 3. Phase wieder, and dann hab ich noch Verwaltungsaufgaben zu tun, Einkäufe und Reisen zu Moose Jaw mit einigen internationalen Studenten und dann noch Hausaufgabenhilfe. Letzte Woche war Laurie, die ESL-Lehrerin, nicht da und ich habe sie ersetzt: Das bedeutete für mich: Eine ganze Woche arbeiten!  Am Ende der Woche fuehlte ich mich 10 Jahre aelter :)

 

Thanksgiving hat Spaß gemacht! Meine Freunde Sam und Erika hatten mir ihren Campingbus geliehen und ich bin zum Dieffenbaker Lake gefahren für ein langes Wochenende! Ich habe ihren Hund mitgenommen, wir drei haben lange Spaziergänge gemacht, Lagerfeuer, haben Rehe gesehen und einen Weißkopfadler. Es war soo erholsam für mich! Ich hab schon drüber nachgedacht, nochmals zum Lake zu fahren, aber ich hätte es mir wohl etwas eher überlegen sollen, dann hätte ich dieses Wochenende fahren können… das letzte Wochenende im Oktober. Es ist noch nicht zu kalt hier, um 0 Grad und es schneit noch nicht….kein Schnee, der liegen geblieben ist.

Bis zum 17. Dezember werde ich noch arbeiten, dann habe ich meine Handoperation am 19. Meine Hand kann dann über die Feiertage heilen und ich werde dann wieder am 4. Januar starten. Letzten Sommer habe ich meine linke Hand operieren lassen (Handwurzelkanal) und es war gar nicht so schlimm, soweit ich mich erinnern kann… aber manchmal kommen die schlechten Erinnerungen schneller als man denkt ;-)

Gestern war Labor Day und es war mindestens 30 Grad!

 

Ich entschied mich spontan und bin zum Dieffenbaker Lake gefahren. Was soll ich sagen? Ich lieeeebe es, im Wasser zu sein, und mein Hund ebenso.

 

Heute bin ich angefangen zu unterrichten und es ist sehr unterschiedlich von dem, was ich vorher gemacht habe. Anstelle die Studenten in einer ganz normalen Unterrichtsstunde zu unterrichten, unterrichte ich sie während der Bibelstunden. (Christliche-Ethik-Klassen). Das ist so genial, ich lerne genau so viel wie meine Studenten!

 

Dienstags mach ich den Lieblingspart meines Jobs: ich bin für 2 Stunden im Büro, und stehe für die internationalen und nationalen Studenten (Quebec) zur Verfügung, um ihre Fragen zu beantworten und sie mit den kanadischen und örtlichen Gebräuchen vertraut zu machen.

Naechsten Mittwoch habe ich ein Vorstellungsgespraech hier in Caronport an der High School  -Hochschule (?).  Die Stelle ist als zweite Englishlehrerin fuer die Jugendlichen, deren Englisch die Zweitsprache ist. Die meisten sind von Korea und auch von Quebec.

Noch was tolles: Briercrest College wird dieses Schuljahr auch Deutsch anbieten.  Ich werde mich um die Stelle der Assistentin des Professors bewerben.  Falls er ueberhaupt eine Assistentin benoetigt.  Oh, das waere echt toll, und es wird auch bestimmst Schueler geben, die privat Nachhilfe brauchen.  

Im September fahre ich nach Drumheller um dort bei 2 Gemeinden vorzuprechen.

So, das war’s auf die Schnelle….

In Saskatchewan ist es total heiß aber ich denke, es ist eine gute Vorbereitung für Brasilien. Letzte Nacht hatten wir endlich ein paar Gewitter mit wunderschönen Blitzen und es goss aus Eimern. Die Rasen und Gärten brauchen aber auch unbedingt den Regen.

Ich bin immer noch auf der Suche nach Arbeit, hatte sogar ein Vorstellungsgespräch in Moose Jaw vor ein paar Wochen aber sie haben sich für jemand anders entschieden (was sie natürlich für immer bedauern werden ;-) Gestern hab ich dann einen Job angeboten bekommen auf einem Jahrmarkt  in Lloyd und Nipewan. Die Arbeit hätte Spaß gemacht und das Geld wäre auch in Ordnung gewesen, außer dass ich kleine Kinder und auch nicht so kleine Kinder auf Ponys hätte heben müssen. Leider erlaubt mir das mein Rücken nicht, mein Chiropraktiker wird jedes Mal wütend, wenn ich etwas zu schweres gehoben habe. So werde ich also weitersuchen!

Gelobt sei Gott!! Gestern hab ich meinen ´95 Aerostar Van erhalten und ich bin so froh, endlich wieder mobil zu sein. Ich möchte dafür gerne David Quick and SAM Ministries Missionboard danken, dass sie es mir ermöglicht haben, den Wagen zu kaufen und die 3monatige Versicherung. Der Wagen braucht einen neuen Auspuff. Darum werde ich mich nächste Woche kümmern.

Ich bin nun auch offiziell in Saskatchewan angemeldet: Krankenversicherung, Führerschein und alles.

Ich habe ein Gebetsanliegen: Ihr solltet wissen, dass es mir in letzter Zeit nicht so gut ging. Weil ich keinen Job habe, fühle ich mich ungebraucht, ungeliebt, nutzlos und abgelehnt. Ich werde depressiv und mein Leben wird dunkel: negative Selbstgespräche, ich geh nicht mehr zur Kirche, treff mich nicht mehr mit Leuten und bleib am liebsten im Bett. Dass ich die Hunde habe, hilft mir etwas. Ich möchte gerne, dass ihr für mich betet und für Kraft gegen den anzugehen, der die trüben Gedanken in mir verursacht.

Obwohl ich keinen regulären Job hab, bin ich doch  mit dem Haus und dem Hunde ausführen beschäftigt. Es ist jedoch kein Job, der mich ausfüllt. Aber: Ich liebe Hunde. Sie sind immer glücklich, sie sind loyal, sie stellen keine Erwartungen die ich nicht erfüllen kann und sie nehmen mich, wie ich bin. Wer kann das schon von sich sagen? Ich verändere mich. Ich weiß nicht mehr, was ich mit den Leuten reden soll (vielleicht durch die Depression verursacht?) Aber was sagt man auch schon, wenn die Leute von ihren teuren Reisen in die Karibik erzählen, oder den teuren Restaurants, oder wenn sie darüber reden, dass sie mit ihren Kindern ins Kino gehen, ins Restaurant und erzählen, dass es ja „nur“ 50 CAD für uns beide zusammen gekostet hat, oder wenn sie über die DVD erzählen, die sie sich neulich gekauft haben.

Was soll ich darauf sagen, da ich Leute gesehen habe, die in solch einer Armut leben, dass sie nur ein Loch in ihrem Garten haben das als Toilette benutzen? Wenn es regnet, fließt dies dann alles die Straße hinunter!!! Wenn die Leute so arm sind, dass sie nicht mal das Nötigste zum Leben haben und ihren Kindern geben können?

Ich sag ja gar nicht, dass diese Dinge, die die reichen Leute tun, Sünde sind oder dass die Leute hier in Kanada auch in Hütten leben sollten, aber das meiste, was wir tun und  kaufen, wovon wir denken, dass wir es uns verdient haben, ist bloß Verschwendung!! Was verdienen wir eigentlich? Was sagt die Bibel über „verdienen“ und unser „Recht, zu genießen und Sachen zu besitzen?

Ich habe vor einigen Jahren jemanden eine ziemlich weise Aussage machen hören. Als ein Freund ihn fragte: „Wie viel sollen wir geben? Antwortete er: Soviel, bis es Weh tut!

Es ist 3 Uhr in der früh und ich bin immer noch wach – schon wieder. Ich weiß nicht, warum ich in letzter Zeit nicht so gut schlafen kann, aber in Brasilien hab ich auch manchmal nicht so gut geschlafen. Einmal war ich bis 6 Uhr morgens wach. Ich seh nicht oft einen Sonnenaufgang aber an diesem Tag hat sich das Nicht-schlafen-können gelohnt.

 

Ich fühl mich in letzter Zeit nicht sooo gut, vielleicht weil ich keinen Job habe? Aber ich habe trotzdem viel zu tun: Portugiesisch lernen, meine Unterlagen für meinen Einsatz durcharbeiten, meine Kontakte pflegen, ein Auto kaufen. Ja, ich wird nächste Woche wahrscheinlich einen Lieferwagen haben. Eine missionarische Familie geht wieder nach China zurück und ich kaufe ihren 95 Aerostar. Danke nochmal an David!

 

Ich wollte gerne ein Photo hier einstellen, aber es hat nicht funktioniert. Falls jemand weiß, wie es geht, dann lass es mich bitte wissen.

 

Wo wir gerade über meinen Job reden, warum denkt ihr ich wäre in der falschen Provinz? Ich bin gerne in Caronport, es ist klein, sicher und gemütlich. Ich bewerbe mich gerade an Colleges und vielleicht wird sich meine Beharrlichkeit einmal auszahlen. In ein paar Wochen werde ich zu meinem zweiten Hause umziehen und dann im August zum dritten Haus! (Sie lassen ihren Dackel bei mir – ein Spielzeug für Elsa!) Ich werde mich auch um die Hunde, Katzen, Gärten, Rasen, Blumen etc. von anderen Leuten kümmern. Und, im July werde ich 3 Tage für die  Multicultural Council in Moose Jaw arbeiten. Es ist wie Heritage Days in Edmonton (Feiertage). Dort werde ich Karten  austeilen – zumindest hab ich etwas zu tun!

 

Bitte betete für einen lieben Freund der gerade eine Operation hatte und noch nicht wieder ganz gesund ist!

Das ist fuer alle, die mich laenger nicht gesehen haben.

 

Seitdem ich vor ein paar Wochen meine Abschlussbesprechung hatte, bereite ich
mich nun auf meinen längeren Aufenthalt in Brasilien vor. Zuerst werde ich mich um Gebetspartner für mich bemühen. Ich schreibe Kirchen/Gemeinden an und frage sie, ob sie für mich beten können.

Mir kam eine gute Idee: Anstatt einfach so Briefe an Kirchen/Gemeinden zu schicken würde ich gerne meine Freunde fragen, ob sie nicht einen Brief vorab an den Pastor oder eine Frauengruppe oder andere Gruppe innerhalb der Gemeinde schreiben könnten. Pastoren bekommen so viele Briefe von Missionaren und ich denke, dass sie anders auf einen Brief von jemanden reagieren, den sie kennen. Wie denkt ihr darüber? Möchtet ihr nicht einige einleitende Worte schreiben, den ich dann ergänze? Ich möchte nicht so viele Fakten über meine Arbeit, sondern vielmehr etwas „Enthusiastisches“, Begeisterndes, über mich als Person und meine Aufgabe für missbrauchte Kinder. Etwas, dass den Pastor nachdenklich werden lässt: 'Hier ist eine andere Art von Person mit einer anderen Art von Missionsauftrag, ich würde gerne mehr davon hören'.

In Brasilien habe ich viel Missbrauch und Vernachlässigung in der Gegend der Missionsstation gesehen. Wusstet ihr, dass es in einigen Regionen in Brasilien immer noch Tradition ist, dass der Vater der erste ist, der seine Tochter entjungfert, nachdem sie herangereift ist? Ich würde gerne eine Selbsthilfegruppe für Frauen und Mädchen gründen, denen solches passiert ist oder immer noch passiert. Ich würde ihnen gerne helfen, NEIN zu Missbrauch zu sagen, auch wenn es ihr eigener Vater oder Onkel oder Bruder ist.

Außerdem würde ich mich gerne mit gegenwärtigem oder in der Vergangenheit passiertem Missbrauch beschäftigen. Mit einer Selbsthilfegruppe möchte ich einen sicheren Raum für Frauen/Teenager schaffen damit sie ueber ihre Erfahrungen und ihren Verlust sprechen koennen (z. B. Verlust von Kindheit, Sicherheit, Freude, Spontaneität, Unschuld, Schutz, Würde, Glauben, Vertrauen, Selbstbestimmung…die Liste ist endlos!!)

Anstatt die „Harte“ zu spielen und „moralisch bedenkenlos“ zu werden, müssen sie lernen, wie sie ihre verlorene Kindheit betrauern koennen und neu anfangen können zu vertrauen: dem Vater Gott und anderen vertrauenswürdigen Personen.

Weil ich viele dieser Erfahrungen selbst auch gemacht habe, kann ich diese Frauen und Mädchen verstehen, aber ich bin (noch?) kein qualifizierter Berater. Ich bin gerade erst dabei, mir Wissen darüber anzueignen, wie ich ihnen helfen kann.Vor 2 Wochen hab ich deshalb ein Beratungsseminar hier am College mit Jan Frank besucht, die auch das Buch „Door of Hope“ geschrieben hat und letzte Woche hab ich einen Kurs im Theologischen Seminar belegt, der hieß „Dynamik des Missbrauchs“. Außerdem halte ich immer nach gebrauchten Büchern Ausschau, damit ich mich fortbilden kann.

Ich muss lernen: Warnsignale zu erkennen, Missbrauch aufzudecken, zuhören, Hoffnung spenden, mich in die Missbrauchten hineinversetzen, ihnen zu helfen, ihren seelischen Schmerz zu bewältigen aber sie nicht zu bedrängen, ihnen zu helfen, ihre Gefühle die sie früher hatten mit denen von heute zu erfahren/vergleichen; wann reden wir über Vergebung, wie muss ich mit dem jeweiligen Fall umgehen, was ist für den jeweiligen Missbrauchten von Bedeutung, wie kann ich diesen Kreis des Missbrauchs durchbrechen.

Ich frage mich manchmal, ob ich mir nicht zuviel vorgenommen habe, aber es ist mir ein großes Anliegen und meine Aufgabe!

Außerdem würde ich gerne weiter an dem Sponsorship-Programm in Brasilien mitarbeiten (30 $/Monat-Sponsoren, die Kindern damit eine gute Schulbildung ermöglichen). Übrigens brauchen wir noch ein paar Sponsoren für ein paar Kinder. Ich würde außerdem gerne aufgrund meines Bibelschultrainings anfangen, Bibelkurse zu unterrichten – ich hab schon angefangen, hier und da Material zum Bibelstudium zu sammeln.

Gott segne euch, liebe Freunde! Während meiner Vorbereitungsphase betet bitte für mich, dass ich
mich total von Gott abhängig mache und
mich nicht durch Geldfragen ablenken lasse.

Hallo ihr alle,

jetzt koennt ihr auch meine Neuigkeiten auf deutsch lesen.  So ein blog ist gut, da kann ich ab und zu das Neueste schreiben und ihr koennt alle dareingehen, das lesen und auch Kommentare hinterlassen.

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